Wer rettet wen? Filmabend in Kirchstein

„Wer rettet wen?“, Dokumentarfilm am Sonntag, 29.03.2015, 19.30 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein – Eintritt frei.

Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Der Film „Wer Rettet Wen” zeigt, wer dabei wirklich gerettet wird: Nie ging es um die Rettung der Griechen, Spanier oder Portugiesen. Stets geht es nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den Banken. Uns Steuerzahlern hingegen werden milliardenschwere Risiken zugemutet! Für große Banken ist die Finanzkrise dagegen ein Geschäftsmodell, das auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit betrieben wird.

Attac Rupertiwinkel zeigt den Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz am Sonntag, 29. März um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein. Anschließend Gespräch und Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Themen für 2015 und nächstes Treffen – Thema SEKEM

Das nächste Treffen von Attac Rupertiwinkel findet am Sonntag, 25. Januar 2015, um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein statt. Dabei wird über die Bio-Kooperative SEKEM in Ägypten berichtet.

Als Arbeitsthemen für 2015 stellten sich das Genossenschaftswesen, die Flüchtlingsproblematik, PPP-Modelle (Public Private Partnership, dt.: Partnerschaft von Staat und Unternehmen) sowie der sogenannte Freihandel heraus.

Allen Mitgliedern und Freunden wünscht Attac Rupertiwinkel frohe Wiehnachtstage und einen guten Start in 2015!

Attac für regionale Wirtschaftskreisläufe und gegen transatlantisches Freihandelsabkommen

Beim letzten Treffen hatte die Attac-Gruppe Rupertiwinkel inhaltliche Aspekte des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens mit den USA (abgekürzt: TTIP) besprochen. In der Diskussion zeigte sich, dass nicht Zölle und Normen anscheinend Handelshemmnisse sind, sondern sozialstaatliche, ökologische und demokratische Errungenschaften. Auf den Verhandlungstisch kommt alles: Finanzmarktregeln, Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und mehr…

Unter dem Vorwand, dass Zölle im transatlantischen Handel mit industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen möglichst vollständig abgebaut werden, soll vermutlich der öffentliche Dienstleistungssektor möglichst weit geöffnet werden. Soziale und ökologische Aspekte könnten dann nur noch sehr eingeschränkt bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden. Im Bereich der Öffentlichen Daseinsvorsorge (Wasser, Bildung, Gesundheit etc.) ist eine Privatisierungswelle zu befürchten mit der Folge steigender Preise und sinkender Qualität.

Für Investitionen  soll „das höchste Liberalisierungs- und Investitionsschutzniveau“ erreicht werden. Konzerne sollen gegen Staaten klagen können, wenn sie durch politische Maßnahmen ihre Gewinnaussichten bedroht sehen. Umweltstandards bleiben auf der Strecke und es ist zu befürchten, dass Gentechniklebensmittel, Hormonfleisch und Chlorhähnchen ungekennzeichnet auf unseren Tellern landen.
Der schwache ArbeitnehmerInnen-Schutz  in den USA,  könnte zu einer Aushöhlung arbeitsrechtlicher Errungenschaften und gewerkschaftlicher Einflussmöglichkeiten in der EU führen. Ein umfassender Schutz geistigen Eigentums könnte den Zugang zu Wissen exklusiver machen und den Einfluss von Banken und Konzernen auf Bildung und Wissenschaft erhöhen.

Im bisherigen Verlauf der Verhandlungen zeigt sich ein völlig undemokratisches Vorgehen von Seiten der EU: Die Verhandlungen werden anscheinend ausschließlich von Wirtschaftsvertretern und geheim geführt. Nicht einmal die Parlamente werden einbezogen. Die beteiligten EU-Kommissare sind ohnehin nicht demokratisch gewählt.

In der Ablehnung dieses Abkommens waren sich alle Anwesenden einig und forderten Transparenz statt Geheimdiplomatie. Die TTIP-Verhandlungen müssen auf ein demokratisches Fundament gestellt und Verhandlungs-Dokumente veröffentlicht werden. Statt den Geheimverhandlungen braucht es eine breite öffentliche Diskussion um ein soziales und ökologisches Verhandlungsmandat. Die EU-Kommission muss ihre Wirtschaftspolitik an den Bedürfnissen der Menschen und nicht länger an den Interessen der Konzerne ausrichten. Vor allen Dingen darf es keine privilegierten Klagerechte für Konzerne geben. Konzerne dürfen nicht über Staaten stehen. Grundlegende Prinzipien des Rechtsstaats müssen erhalten bleiben und Vorrang vor Profitinteressen von Investoren haben.

Attac geht es um die Stärkung der Bürgerrechte, um mehr Demokratie und die Entwicklung einer solidarischen Gesellschaft. Die Wirtschaft  soll sich an Gemeinwohl, Mensch und Natur orientieren, wie es auch in der Bayerischen Verfassung steht. Es geht uns auch um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft und um die Entwicklung regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Zum nächsten Treffen lädt die Attac-Gruppe Rupertiwinkel am 2. Februar um 19.30  in der Alten Schule in Kirchstein ein. Thema wird wieder das Freihandelsabkommen sein. Wir werden Vorschläge diskutieren und welche praktischen Schritte wir dagegen unternehmen können. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Initiative Waginger See und Attac Rupertiwinkel treffen sich am Sonntag

Die „Initiative Waginger See“ trifft sich am Sonntag, 8.12.13 um 19.30 Uhr im Rahmen eines weiteren Treffens von attac-Rupertiwinkel in der Alten Schule in Kirchstein.

Nachdem in einem ersten Schritt die Unterschriften der Petition „Rettet endlich den Waginger See“ an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner übergeben wurden und der Initiative versprochen wurde, dass sie drei weitere KULAP-Maßnahmen zum Schutz des Sees vorschlagen könne, soll nun über das weitere Vorgehen beraten werden. Außerdem sollen Vorbereitungen für die nächste Veranstaltung im neuen Jahr getroffen werden.

Vorgeschlagen wurde auch, über das anstehende Freihandelsabkommen zwischen Europa und USA zu diskutieren und vielleicht auch entsprechende Aktivitäten einzuleiten.

Bayerische Verfassung – Anspruch und Wirklichkeit

Wie verlässlich ist die Politik in der Umsetzung jener Dinge, die laut der bayerischen Verfassung verwirklicht werden sollen? Nach dem Beinahe-Kollaps des Finanzsystems, als die steuerzahlende Öffentlichkeit mit Milliardenbeträgen für Zocker-Banken geradestehen musste, haben sich vor allem zwei Mitglieder der Attac-Gruppe Rupertiwinkel, Hans Birkner und Franz Gröbner, mit dieser Frage befasst. Was sie und weitere Mitglieder der Attac Gruppe beim näheren Studium der bayerischen Verfassung herausgefunden haben, hat sie nicht nur überrascht, sondern regelrecht empört. Die gängige Politik ignoriere nicht nur wichtige Teile dieser Verfassung, sie tue sogar das Gegenteil von dem, was von ihr in der Verfassung eigentlich unmissverständlich gefordert werde, wie die Förderung der klein-bäuerlichen Landwirtschaft und Genossenschaften, meint die Attac-Gruppe.

Um sich und allen, die an den Vorgaben und Zielen der bayerischen Verfassung interessiert sind, ein klareres Bild zu verschaffen, hat die Attac Gruppe Rupertiwinkel deshalb eine Koryphäe in Verfassungsfragen, Dr. Klaus Hahnzog, als Referenten eingeladen. Dr. Hahnzog war für viele Jahre im bayerischen Landtag und als Verfassungsrichter tätig. Für die Attac-Gruppe Rupertiwinkel wird Dr. Hahnzog am 17. 11. 2013 um 20:00 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein einen Vortrag mit anschließender Diskussion halten, bezüglich den Inhalten und Ansprüchen der bayerischen Verfassung und wie die Wirklichkeit dazu aussieht. Moderiert wird die Veranstaltung von der Laufener Stadt- und Kreisrätin Agnes Thanbichler. Alle, welche die bayerische Verfassung und ihre Inhalte näher kennenlernen wollen, sind sehr herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Nächstes Treffen von Attac Rupertiwinkel in Kirchstein

Das nächste Treffen von Attac Rupertiwinkel findet am Sonntag, 5. Mai 2013, um 19.30 Uhr in Kirchstein, Alte Schule, statt. Herzliche Einladung!

Petition für die Erhaltung der Saatgutvielfalt:

Klicken Sie hier, um auf der Plattform openpetition mitzuzeichnen.

Voller Saal und engagierte Debatte bei Attac Rupertiwinkel – Bürgermeister Birner stellt Kirchanschöringer Pilotprojekt vor

Kirchstein – Am Sonntag, 21. April 2013, fand in der Alten Schule, Kirchstein, der Diskussionsabend zum Pilotprojekt der Gemeinde Kirchanschöring statt. Es herrschte reger Andrang seitens der Bürger und Bauern. Attac Rupertiwinkel hatte eingeladen und wollte von Bürgermeister Hans-Jörg Birner mehr über sein Vorhaben wissen, auch wie es mit dem Schutz des Waginger Sees weitergeht.

Attac-Sprecherin Agnes Thanbichler übernahm die Begrüßung. Sie freue sich über die Chance einer Modellregion. Thanbichler wies auf die Aktivitäten der Gruppe für den Waginger See hin, die vor über zwei Jahren begannen. Die Moderation übernahm darauf Ulrich Kühn aus Waging.

Agnes Thanbichler bedankte sich bei Bürgermeister Birner

Agnes Thanbichler bedankte sich mit einem regionalen Geschenkkörberl bei Bürgermeister Birner – Bild: Alois Albrecht

Inspiration durch Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Zur Einstimmung wurde ein Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten angeschaut. Bei einer Klausursitzung auf Schweisfurths Gutshof in Glonn bei Ebersberg hatte sich der Kirchanschöringer Gemeinderat Inspiration geholt. Es sei eine ungeheure Aufbruchsstimmung zu spüren gewesen, so Birner.

Schweisfurth war Eigentümer der Herta Wurst, mit einer riesigen, automatisierten Schlacht- und Fleischfabrik. Der Multimillionär hatte irgendwann „die Schnauze voll“, verkaufte seine Fabrik und gründete die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Dort beschäftigt er etwa 200 Mitarbeiter und beliefert den Großraum München mit Lebensmitteln. Beispielsweise echtes Steinofenbrot, Milchprodukte und Schweinefleisch. Die Landwerkstätten werben mit dem Slogan „Hand-gemachte Lebensmittel in ökologischer Qualität“.

In dem Interview erzählt Schweisfurth davon, wie Kinder bei Herrmannsdorfer an die Wichtigkeit eines gesunden Bodens für die Lebensmittelproduktion herangeführt werden. Die Landwerkstätten sind für Besucher offen, das ist ein wichtiger Teil ihres Konzepts.

Bürgermeister Birner sieht in dem Beispiel ein Vorbild für das Projekt in Kirchanschöring, auch wenn man es nicht eins zu eins umsetzen könne. Es herrsche eine andere Ausgangslage, die Idee sei dennoch wichtig.

„Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“

Das Thema des Nachhaltigkeitskonzepts unter dem Titel „Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“ kam mit der Diskussion um den Waginger See auf. Birner betonte, dass das vom bayerischen Landwirtschaftsministerium geförderte Projekt ergebnisoffen sei und keine fertigen Vorgaben gemacht werden. Bestehende Ideen, welche zur Diskussion gestellt werden sollen, sind beispielsweise eine Regionalmarkthalle, ein Stipendium für angehende Meister bei Eröffnung eines lokalen Betriebs oder der Erhalt alter Gebäude. Kirchanschöring könne dabei an bestehende Erfolge anknüpfen. Dazu gehörten die gentechnikfreie Gemeinde und die ausgezeichneten Projekte der Altenpflege und Dorferneuerung.

Bürgermeister Birner sieht klare Defizite in der Gemeinde bei der Nahversorgung durch lokale Handwerksbetriebe und nennt stellvertretend Bäcker und Metzger. Ein wichtiges Ziel sei eine breitere Produktpallette in Landwirtschaft und Handwerk. Mit Nischenprodukten sollten die Betriebe sich einen Markt erkämpfen. Zugleich sei es wünschenswert, dass Großabnehmer, gemeint sind etwa Gasthäuser, nach deren Bedürfnissen beliefert werden können.

Alle Angebote seien freiwillig und man werde wenig von außen gesteuert, so Birner. Er wirbt um eine möglichst breite Beteiligung. Interessierte konnten sich in Listen eintragen zur Kontaktaufnahme.

Landwirtschaft und Waginger See

In der Diskussion kamen die Schwerpunktthemen Landwirtschaft und Waginger See zur Sprache. Eine Idee des Nachhaltigkeitskonzepts ist die Umstellung der Landwirtschaft auf Bio. Dazu betonte Birner, dass alle Bauern eingeladen seien, beim Projekt der Gemeinde mitzumachen. Keiner müsse sich bereit erklären, Biobauer zu werden, um sich beteiligen zu dürfen. Schließlich gebe es auch für konventionelle Bauern viel Spielraum für eine Verbesserung der Wirtschaftsweise. Birner will keine Einteilung in „guter Bauer, böser Bauer“.

Franz Obermeyer aus Tengling verband in seinem Diskussionsbeitrag das Anliegen des Seenschutzes mit der Umstellung auf Bio. Obermeyer sieht eine große Chance in einem Wechsel der Firmenpolitik von Bergader in Waging. Sein Credo: „Der See ist ohne Bergader nicht zu retten.“ Obermeyer wünscht sich, dass Bergader den Bavaria Blu als Biokäse herstellt. Das Einzugsgebiet mit den Bauern am Waginger See würde reichen. Die Anwesenden sollten in persönlichen Schreiben an Bergader dazu aufrufen.

Ein Besucher aus Tittmoning äußerte, die Problematik am Waginger See sei Ergebnis der Vorgaben der „guten fachlicher Praxis“. Jetzt bestehe die Chance zu einem Systemwechsel.

Von Josef Heringer, Laufen, kam die Anregung, die Bauern in Kirchanschöring, welche Moorflächen bewirtschaften, als „Klimawirte“ zu fördern. Die Niedermoore seien ein wirkungsvoller CO2-Speicher. Heringer und andere Redner machten darauf aufmerksam, dass eine übergemeindliche Zusammenarbeit gefragt sei. Bürgermeister Birner antwortete darauf, dass zuerst die Gemeinde Kirchanschöring beginnen soll, um sich dann regional zu verbreitern, damit man sich nicht verzettelt. Eine „Konkurrenz“ zu anderen Gemeinden sei nicht beabsichtigt.

Neben der Entwicklung der Wirtschaftsweise kam immer wieder die Wichtigkeit einer Verbesserung der sozialen Verhältnisse zur Sprache. Sei es durch eine Bildung der Kinder hin zu einer Wertschätzung menschlich würdevoller Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion oder die Wiederbelebung von Nachbarschaftsverhältnissen auf dem Dorf.

Bürgermeister Birner wurde immer wieder gelobt für seine Vorarbeit am Pilotprojekt der Gemeinde. Kritik kam mitunter in Bezug auf das „Seenbündnis“ für den Waginger See zur Sprache. Birner mahnte hier zur Geduld und versprach, weiter an dem Thema dran zu bleiben.

Für die Erstellung eines Konzepts mit Bürgerbeteiligung wurde ein Eggenfeldener Unternehmen beauftragt. Bei der Form der Beteiligung verwies Birner auf frühere Verfahren in der Gemeinde. Er ist optimistisch, dass die Umsetzungsphase bald erreicht werden kann. Das gesamte Projekt sei mittel- bis langfristig angelegt. Birner sprach von etwa 10 bis 15 Jahren.

Abschließend überreichte Agnes Thanbichler Bürgermeister Birner ein Geschenkkörberl mit regionalen und fair gehandelten Produkten. Sie verwies darauf, dass es schon verschiedene Vereine und  Initiativen wie die Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land, die Direktvermarkter und das Agrarbündnis Berchtesgadener Land / Traunstein gebe, die sich für eine nachhaltige und regionale Entwicklung einsetzen. Längerfristig gelte es, sich gut zu vernetzen, um gemeinsam am selben Vorhaben zu arbeiten. Thanbichler kündigte noch das nächste Treffen von Attac Rupertiwinkel an, am Sonntag, 5. Mai 2013, 19.30 Uhr in Kirchstein. Das Interesse der Besucher zeigte sich auch daran, dass viele noch die Gelegenheit nutzten zu einem Gespräch mit Birner oder untereinander, bis sich spät abends der Saal leerte.