Bericht vom Filmabend in Weibhausen – Die Zukunft pflanzen

Die Zukunft pflanzen – Bio für 9 Milliarden

Weibhausen. Es geht also doch: Ohne Kunstdünger und ohne Pestizide und erst recht ohne Gentechnik Die Gruppe Attac-Rupertiwinkel zeigte am Sonntag, 23. Nov. 2014, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Alpenblick in Weibhausen den Dokumentarfilm “Die Zukunft pflanzen – Bio für neun Milliarden” von Marie-Monique Robin. Anschließend gab es einen Meinungsaustausch. Den freien Eintritt haben ca. 50 Besucher wahrgenommen. Die Frage im gezeigten Dokumentarfilm war: Stößt die jetzige Landwirtschaft, basierend auf Kunstdünger und Pestizideinsatz an Grenzen, wenn es darum geht, eine Weltbevölkerung von 9 Milliarden zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu erhalten? Trotz allen wissenschaftlichen Fortschritts und einer vorherrschenden intensiven und industrialisierten Landwirtschaft ist es bis heute nicht gelungen, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Noch immer leidet ein Sechstel der Erdbevölkerung darunter. Dabei wäre Nahrung für alle da, meint die Filmemacherin Marie-Monique Robin. Anhand von Beispielen aus Mexiko, Japan, Malawi, Kenia, Senegal, den USA und mehreren europäischen Ländern veranschaulicht Robin, dass radikales Umdenken gefordert ist und dass die Lebensmittelkette anders verwaltet und organisiert werden muss – und kann, um dem Hunger in der Welt Abhilfe zu schaffen. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass den Bauern – und nicht nur den Großproduzenten unter ihnen – wieder eine Schlüsselrolle in der für die Zukunft der Menschheit unabdingbaren Entwicklung zugebilligt wird. In der anschließend sehr sachlich und lebhaft geführten Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die letzte Woche beendete zweite FAO-Konferenz der UNO deutlich gemacht hat, dass den kleinbäuerlichen ökologischen Betrieben die Zukunft gehört. Ein Teilnehmer prangerte den Machtmissbrauch von politischen Eliten in den Ländern des Südens und die massive Korruption dort und im internationalen Gefüge an. Auch wurde darauf hingewiesen, dass die im Film gezeigten Beispiele deutlich machten, wie große Freihandelszonen , so das geplante TTIP, CETA und EPA (zwischen Europa und Afrika) nur dem Gewinn der Großkonzerne dienen und dem Weg zu einer gerechten und auf Ausgleich bedachten Weltwirtschaft und somit einer friedlichen Zukunft in keiner Weise dienen. Als negatives Beispiel diene das NAFTA-Abkommen zwischen USA, Kanada und Mexiko, das zu massiven Verwerfungen in den USA und vor allem bei den mexikanischen Bauern geführt habe. Der Gier der mächtigen Großkonzerne sei ein Schutz-Protektionismus von kleinen Einheiten entgegenzusetzen, wolle man die Schere zwischen Armen und Reichen nicht weiter aufreißen, wurde angemahnt. Betont wurde die ökologisch-positive Erkenntnis, den Fleischkonsum zu reduzieren, sowie die Bedeutung der Verbraucher, die mit ihrem Kaufverhalten mit entscheiden würden, welche Lebensmittel produziert werden. Zustimmung fand auch der Vorschlag, häusliche Gärten für den Gemüse- und Obstanbau zu nutzen. Und nicht zuletzt wurde dazu ermuntert, das Modellprojekt der Ökoregion um den Waginger See, als große Chance zu betrachten: Einerseits für den Erhalt der bäuerlichen Betriebe und zum Entstehen eines regionalen Wirtschaftskreislaufes und andererseits für die Verbraucher mit hervorragenden Lebensmitteln und Dienstleistungen aus der heimischen Region.

Jeder habe die Möglichkeit, durch sein persönliches Verhalten zum Gelingen dieses Vorhabens beizutragen. Der zum Nachdenken anregende Abend wurde beendet mit einem Zitat von Albert Einstein. Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Zeit und Raum begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle, als etwas vom Übrigen Getrenntes, eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und die Zuneigung zu einigen uns nahe stehenden Personen einschränkt. Es muss unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Seins, unseres Mitgefühls ausweiten, sodass es alle lebenden Geschöpfe und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umfasst. Im Internet kann man sich den eindrucksvollen Film ansehen.

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Heute Sendebeitrag zum Waginger See im BR (Schwaben und Altbayern)

Einen schönen guten Sonntag Morgen!


Die Filmemacherin Susanne Ilse vom Bayerischen Fernsehen hat es sich nicht leicht gemacht, einen Bericht über den Waginger See und die Petition „Rettet endlich den Waginger See“ herzustellen. Tagelange Recherchen und Besuche bei verschiedensten Personen im Zusammenhang mit dem überdüngten Waginger See hat sie durchgeführt, damit heute um 18 Uhr der ca. 7 minütige Beitrag im Bayerischen Fernsehen zu sehen ist: „Der Waginger See ist überdüngt“ Wer zu der Zeit keine Zeit hat, kann sich den Beitrag im Anschluss acht Tage lang im Internet unter der Rubrik „Schwaben und Altbayern“ ansehen.

Tausender-Marke geknackt! Unterschriften für den Waginger See

Über tausend Unterzeichnungen wurden bereits unter openpetition.de geleistet. Dazu kommen die handschriftlichen Unterschriften.

Bitte unterzeichnen auch Sie!

Auftaktveranstaltung für Petition „Rettet endlich den Waginger See“

Die „Initiative Waginger See“ veranstaltet am Dienstag, 21.Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein eine Auftaktveranstaltung für eine Petition an Ministerpräsident Horst Seehofer und den Bayerischen Landtag. Das Motto lautet: „Rettet endlich den Waginger See! Staatliches Sonder-Sofort-Programm gefordert!“
Das bisherige Konzept vom März 2013 des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums zur Reduzierung des Nährstoffeintrages in den Waginger See ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft ist so gravierend, dass hier ein
umfassendes staatliches Sonder-Programm entwickelt werden muss, das auch finanziell den nötigen Anreiz für eine Umstrukturierung bietet.
Mithilfe einer Unterschriftenaktion per Liste und online will man Druck aufbauen, damit wirklich etwas geschieht. Je mehr Bürgerinnen und Bürger mitmachen, umso wirkungsvoller könnte besonders vor der Landtagswahl die Aktion werden. Alle engagierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen sich über den Sachverhalt und die Durchführung der Petition an diesem Abend zu informieren.

Hier klicken und auf openpetition online unterschreiben

Voller Saal und engagierte Debatte bei Attac Rupertiwinkel – Bürgermeister Birner stellt Kirchanschöringer Pilotprojekt vor

Kirchstein – Am Sonntag, 21. April 2013, fand in der Alten Schule, Kirchstein, der Diskussionsabend zum Pilotprojekt der Gemeinde Kirchanschöring statt. Es herrschte reger Andrang seitens der Bürger und Bauern. Attac Rupertiwinkel hatte eingeladen und wollte von Bürgermeister Hans-Jörg Birner mehr über sein Vorhaben wissen, auch wie es mit dem Schutz des Waginger Sees weitergeht.

Attac-Sprecherin Agnes Thanbichler übernahm die Begrüßung. Sie freue sich über die Chance einer Modellregion. Thanbichler wies auf die Aktivitäten der Gruppe für den Waginger See hin, die vor über zwei Jahren begannen. Die Moderation übernahm darauf Ulrich Kühn aus Waging.

Agnes Thanbichler bedankte sich bei Bürgermeister Birner

Agnes Thanbichler bedankte sich mit einem regionalen Geschenkkörberl bei Bürgermeister Birner – Bild: Alois Albrecht

Inspiration durch Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Zur Einstimmung wurde ein Interview mit Karl-Ludwig Schweisfurth von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten angeschaut. Bei einer Klausursitzung auf Schweisfurths Gutshof in Glonn bei Ebersberg hatte sich der Kirchanschöringer Gemeinderat Inspiration geholt. Es sei eine ungeheure Aufbruchsstimmung zu spüren gewesen, so Birner.

Schweisfurth war Eigentümer der Herta Wurst, mit einer riesigen, automatisierten Schlacht- und Fleischfabrik. Der Multimillionär hatte irgendwann „die Schnauze voll“, verkaufte seine Fabrik und gründete die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Dort beschäftigt er etwa 200 Mitarbeiter und beliefert den Großraum München mit Lebensmitteln. Beispielsweise echtes Steinofenbrot, Milchprodukte und Schweinefleisch. Die Landwerkstätten werben mit dem Slogan „Hand-gemachte Lebensmittel in ökologischer Qualität“.

In dem Interview erzählt Schweisfurth davon, wie Kinder bei Herrmannsdorfer an die Wichtigkeit eines gesunden Bodens für die Lebensmittelproduktion herangeführt werden. Die Landwerkstätten sind für Besucher offen, das ist ein wichtiger Teil ihres Konzepts.

Bürgermeister Birner sieht in dem Beispiel ein Vorbild für das Projekt in Kirchanschöring, auch wenn man es nicht eins zu eins umsetzen könne. Es herrsche eine andere Ausgangslage, die Idee sei dennoch wichtig.

„Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“

Das Thema des Nachhaltigkeitskonzepts unter dem Titel „Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“ kam mit der Diskussion um den Waginger See auf. Birner betonte, dass das vom bayerischen Landwirtschaftsministerium geförderte Projekt ergebnisoffen sei und keine fertigen Vorgaben gemacht werden. Bestehende Ideen, welche zur Diskussion gestellt werden sollen, sind beispielsweise eine Regionalmarkthalle, ein Stipendium für angehende Meister bei Eröffnung eines lokalen Betriebs oder der Erhalt alter Gebäude. Kirchanschöring könne dabei an bestehende Erfolge anknüpfen. Dazu gehörten die gentechnikfreie Gemeinde und die ausgezeichneten Projekte der Altenpflege und Dorferneuerung.

Bürgermeister Birner sieht klare Defizite in der Gemeinde bei der Nahversorgung durch lokale Handwerksbetriebe und nennt stellvertretend Bäcker und Metzger. Ein wichtiges Ziel sei eine breitere Produktpallette in Landwirtschaft und Handwerk. Mit Nischenprodukten sollten die Betriebe sich einen Markt erkämpfen. Zugleich sei es wünschenswert, dass Großabnehmer, gemeint sind etwa Gasthäuser, nach deren Bedürfnissen beliefert werden können.

Alle Angebote seien freiwillig und man werde wenig von außen gesteuert, so Birner. Er wirbt um eine möglichst breite Beteiligung. Interessierte konnten sich in Listen eintragen zur Kontaktaufnahme.

Landwirtschaft und Waginger See

In der Diskussion kamen die Schwerpunktthemen Landwirtschaft und Waginger See zur Sprache. Eine Idee des Nachhaltigkeitskonzepts ist die Umstellung der Landwirtschaft auf Bio. Dazu betonte Birner, dass alle Bauern eingeladen seien, beim Projekt der Gemeinde mitzumachen. Keiner müsse sich bereit erklären, Biobauer zu werden, um sich beteiligen zu dürfen. Schließlich gebe es auch für konventionelle Bauern viel Spielraum für eine Verbesserung der Wirtschaftsweise. Birner will keine Einteilung in „guter Bauer, böser Bauer“.

Franz Obermeyer aus Tengling verband in seinem Diskussionsbeitrag das Anliegen des Seenschutzes mit der Umstellung auf Bio. Obermeyer sieht eine große Chance in einem Wechsel der Firmenpolitik von Bergader in Waging. Sein Credo: „Der See ist ohne Bergader nicht zu retten.“ Obermeyer wünscht sich, dass Bergader den Bavaria Blu als Biokäse herstellt. Das Einzugsgebiet mit den Bauern am Waginger See würde reichen. Die Anwesenden sollten in persönlichen Schreiben an Bergader dazu aufrufen.

Ein Besucher aus Tittmoning äußerte, die Problematik am Waginger See sei Ergebnis der Vorgaben der „guten fachlicher Praxis“. Jetzt bestehe die Chance zu einem Systemwechsel.

Von Josef Heringer, Laufen, kam die Anregung, die Bauern in Kirchanschöring, welche Moorflächen bewirtschaften, als „Klimawirte“ zu fördern. Die Niedermoore seien ein wirkungsvoller CO2-Speicher. Heringer und andere Redner machten darauf aufmerksam, dass eine übergemeindliche Zusammenarbeit gefragt sei. Bürgermeister Birner antwortete darauf, dass zuerst die Gemeinde Kirchanschöring beginnen soll, um sich dann regional zu verbreitern, damit man sich nicht verzettelt. Eine „Konkurrenz“ zu anderen Gemeinden sei nicht beabsichtigt.

Neben der Entwicklung der Wirtschaftsweise kam immer wieder die Wichtigkeit einer Verbesserung der sozialen Verhältnisse zur Sprache. Sei es durch eine Bildung der Kinder hin zu einer Wertschätzung menschlich würdevoller Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion oder die Wiederbelebung von Nachbarschaftsverhältnissen auf dem Dorf.

Bürgermeister Birner wurde immer wieder gelobt für seine Vorarbeit am Pilotprojekt der Gemeinde. Kritik kam mitunter in Bezug auf das „Seenbündnis“ für den Waginger See zur Sprache. Birner mahnte hier zur Geduld und versprach, weiter an dem Thema dran zu bleiben.

Für die Erstellung eines Konzepts mit Bürgerbeteiligung wurde ein Eggenfeldener Unternehmen beauftragt. Bei der Form der Beteiligung verwies Birner auf frühere Verfahren in der Gemeinde. Er ist optimistisch, dass die Umsetzungsphase bald erreicht werden kann. Das gesamte Projekt sei mittel- bis langfristig angelegt. Birner sprach von etwa 10 bis 15 Jahren.

Abschließend überreichte Agnes Thanbichler Bürgermeister Birner ein Geschenkkörberl mit regionalen und fair gehandelten Produkten. Sie verwies darauf, dass es schon verschiedene Vereine und  Initiativen wie die Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land, die Direktvermarkter und das Agrarbündnis Berchtesgadener Land / Traunstein gebe, die sich für eine nachhaltige und regionale Entwicklung einsetzen. Längerfristig gelte es, sich gut zu vernetzen, um gemeinsam am selben Vorhaben zu arbeiten. Thanbichler kündigte noch das nächste Treffen von Attac Rupertiwinkel an, am Sonntag, 5. Mai 2013, 19.30 Uhr in Kirchstein. Das Interesse der Besucher zeigte sich auch daran, dass viele noch die Gelegenheit nutzten zu einem Gespräch mit Birner oder untereinander, bis sich spät abends der Saal leerte.

Diskussion bei attac-Rupertiwinkel mit Bürgermeister Birner: Vision zukünftigen Lebens und Wirtschaftens in Kirchanschöring

Waginger See

Waginger See

Kirchanschöring / Kirchstein. Die Gruppe attac-Rupertiwinkel lädt am Sonntag 21.4.13 um 19.30 Uhr in die Alte Schule in Kirchstein zu einer Diskussion mit Bürgermeister Birner aus Kirchanschöring ein. Thema des Abends ist “Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring”. Ein langweiliges Thema wird sich mancher denken, eher was für Heimatkundler. Weit gefehlt! Dahinter verbirgt sich eine Vision, wie man in unserer globalisierten Welt mit allen Auswüchsen wie Lebensmittelskandal, industrielle Landwirtschaft, Bodenverdichtung, Gewässerverunreinigung (Phosphateintrag in den Waginger See) begegnen kann.

Seesanierung ist ein gesamtgesellschaftliches Thema

“Bei dem Thema, das im ersten Ansatz aus der Diskussion um den Waginger See entstanden ist, hat sich sehr schnell gezeigt, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und Aufgabe in der ganzen Gemeinde handelt. Den Schwerpunkt bildet dabei jedoch ohne Zweifel die Landwirtschaft, die regionale Kreisläufe und damit verbunden das Handwerk – vor allem im Lebensmittelbereich. Es handelt sich um ein ungemein spannendes, extrem wichtiges, aber darum auch umfangreiches Thema.”

Bürgermeister Hans-Jörg Birner hat nicht locker gelassen, diverse Entscheidungsträger, Minister, Landtagsabgeordnete und das Landwirtschaftsamt über die Notwendigkeit einer Umstrukturierung zu überzeugen mit dem Ergebnis, dass man von höherer Stelle gewillt ist, die Gemeinde zu unterstützen, ja in Kirchanschöring sogar ein Modell für andere Gemeinden sehen will.

Grundlage dafür bildet der § 153 der Bayerischen Verfassung:

“Die selbständigen Kleinbetriebe und Mittelstandsbetriebe in Landwirt­schaft, Handwerk, Handel, Gewerbe und Industrie sind in der Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen Überlastung und Aufsaugung zu schützen. Sie sind in ihren Bestrebungen, ihre wirtschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit sowie ihre Entwicklung durch genossenschaftliche Selbst­hilfe zu sichern, vom Staat zu unterstützen. Der Aufstieg tüchtiger Kräfte aus nichtselbständiger Arbeit zu selbständigen Existenzen ist zu fördern.”

Suche nach einem eigenen Weg 

In dem Konzept heißt es: “Für diese wirklich große Aufgabe haben wir die Chance der Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung und vieler Experten, die wir uns aussuchen und deren Hilfe wir uns bedienen können. Denn wir, bzw. die Bauern und die Handwerker, wissen am besten welche Informationen am wichtigsten sind. D.h. wir werden sehr wenig von außen gesteuert werden, sondern wir bestimmen weitestgehend selbst unseren Weg. Wir werden begleitet vom Ministerium und dem Amt für Ländliche Entwicklung in München. Man erhofft sich dort natürlich, dass wir einen Weg finden, diese Ideen umzusetzen und damit den Weg zu bereiten für andere Gemeinden, die diese Ideen aufgreifen wollen.”

Gespanntes Abwarten bei Waginger See

Beim Treffen von Attac Rupertiwinkel am Montag, 4. März 2013, ging es in erster Linie um eine Auswertung der INTERREG-IV-A-Abschlussveranstaltung vom 26. Februar und die Zukunft des Waginger Sees (Ausführlicher Artikel der Projekt-Website). Daneben wurde der Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“, ausgestrahlt auf ARTE, besprochen. Dieser soll möglichst bei einem Filmabend gezeigt werden und der Autor eingeladen werden. Kurz wurde auch an den vor Tagen verstorbenen Résistance-Kämpfer, Diplomaten und Autor Stéphane Hessel („Empört euch!“) erinnert.

Politik muss vorlegen

Die ein dutzend Teilnehmer, darunter auch neue Gesichter, beschlossen, die Entwicklung in Bezug auf den Waginger See abzuwarten. Sollte sich demnächst etwas tun, werde man sich sofort einklinken. Das Ergebnis des Projekts „Gewässer Zukunft“ wurde als katastrophal beschrieben. Zugleich sickerte durch, dass im Hintergrund bereits an Lösungsansätzen gearbeitet wird, die demnächst der Öffentlichkeit unterbreitet werden. Dann will Attac wie bereits angekündigt sehr bald eine öffentliche Veranstaltung organisieren.

Die Iren haben uns gerettet!

„Staatsgeheimnis Bankenrettung“ ist ein leidenschaftlicher Film des vielfach preisgekrönten Wirtschaftsjournalisten und Sachbuchautors Harald Schumann. Er arbeitet zur Zeit für den Berliner Tagesspiegel. Er hat eine Reise durch Europa unternommen, um der Frage nachzugehen, wem die lädierten Unternehmen in Irland, Spanien und Griechenland Geld schuldeten, als die Krise ausbrach.

Schumann trifft auf eine Mauer des Schweigens und der Geheimhaltung. Nur durch Insiderberichte kommt er an Listen der Gläubiger. Und siehe da, die Deutsche Bank und andere deutsche Investmenthäuser haben sich sagenhaft verspekuliert. Und die Europäische Zentralbank (EZB) sorgte dafür, dass mit den Rettungssummen umgehend die verdeckten Gläubiger bedient wurden. Andernfalls wären beispielsweise eben die Deutsche Bank und Konsorten sofort pleite gegangen, mit eklatanten Schäden für die deutsche Wirtschaft.

So kommt es, dass manche informierten Bürger in Irland zu Recht sagen: „Nicht ihr Deutschen habt Irland gerettet, wir haben Deutschland gerettet!“ Denn Irland muss nun bluten, während diejenigen, welche sich verspekulierten, fein raus sind – sie verlieren keinen Cent.

Der Film ist weitgehend verständlich und kurzweilig gemacht, dabei aber durchaus vielschichtig. Attac Rupertiwinkel wird sich darum bemühen, ihn zeigen zu können und auch Harald Schumann einladen.

„Indignez-vous! Empört Euch!“

Stéphane Hessel Foto lachend

Stéphane Hessel – Bild: Boris Horvat / AFP / Getty

Mit über neunzig wurde Stéphane Hessel mit dem Millionen-Bestseller „Empört Euch“, einer kurzen Streitschift, noch einmal richtig berühmt. Es ist sein Vermächtnis an die junge Generation und inspirierte besonders die politischen Aktivisten darunter. Er legt die moralischen Werte, die ihn im Widerstand zu Kriegszeiten bewegten, an die Herausforderungen der globalen Ungerechtigkeit an, vor allem durch das Gebaren der Finanzmärkte.

Mit „Engagiert Euch“ und einer ausführlichen biographisch gefärbten Erläuterung zu seinen Essays legte Hessel noch kurz vor seinem Ableben nach. Ende Februar 2013 verstarb Stéphane Hessel mit 95 Jahren in Paris. Attac Rupertiwinkel wird voraussichtlich Exemplare von Hessels Werken an Interessierte weitergeben.

Nachruf der FAZ: „Weltbürger mit Widerhall“